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Update am 04.09.2016
Ägypten 1999 - Urlaubsseite von Iris und Thomas

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Ägypten

Nilkreuzfahrt und Badurlaub vom 28.10.1999 - 11.11.1999

Nachdem wir bei unserer ersten Ägyptenreise nur einen reinen Badeurlaub gemacht haben, wollten wir nun auch von dem "alten Ägypten" etwas sehen; von der hoch entwickelten, Jahrtausende alten Kultur. Eine Kultur, die den ersten Kalender aufgrund der Sternbeobachtung hervorbrachte, die das erste aus Stein errichtete Gebäude der Menschheit schuf (Steinpyramide), die jenem ausgeprägten Totenkult huldigte und Monumentalbauten hervorbrachte, von denen wir heute noch nicht wissen, wie sie entstanden sind. Zu recht werden sie als eines der 7 Weltwunder bezeichnet. Auch heute steckt Ägypten noch voller Wunder und Geheimnisse, die es nur zögernd freigibt. Unermesslich waren die Schätze und der Reichtum der Pharaonen im alten Ägypten. Aber im Laufe der Zeit haben sie viel von ihrer ursprünglichen Pracht verloren. Und es sieht so aus, als würde in Zukunft leider immer mehr verloren gehen, denn Ägypten ist es finanziell nicht möglich, alles zu erhalten. Diese Kultur wollten wir etwas näher kennen lernen. Besser als mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Nil ist es nicht möglich.

Wir haben die Reise über Neckermann gebucht, weil wir dort das Preis-Leistungsverhältnis als sehr gut empfanden. Vorweg: Die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Die Organisation war hervorragend und auch das Schiff hat uns sehr gut gefallen. Man muss natürlich auf so einem Schiff einige Abstriche bezüglich des Platzangebotes machen. So sind die Zimmer nicht ganz so groß wie Hotelzimmer oder Bungalows. Das Platzangebot war jedoch ausreichend. Das Schiff war zwar schon etwas älter, jedoch gemessen an dem Alter und der damit verbundenen Abnutzung in einem sehr ordentlichem Zustand und vor allem sauber. Man wird auf dem Nil selten ein ganz neues Schiff finden, da die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe beschränkt ist. Wir hatten zudem das Glück, einen hervorragenden ägyptischen Reiseführer zu haben, der uns die gesamte Zeit auf dem Schiff und den Ausflügen begleitete und uns viel über Land und Leute erzählte.

Die einzelnen Stationen unserer Nilreise wollen wir nachstehend etwas genauer beschreiben.

1. Tag - Anreise

Schiff MS Sinohe Nach unserer Anreise (Flug von Frankfurt nach Luxor) wurden wir in das schwimmenden Hotel, MS SINOHE, eingeschifft.

 

2. Tag - Besuch des Luxor und Karnak Tempel

Diese beiden Tempel konnten wir mit dem Bus von unserer Anlegestelle in kurzer Zeit erreichen.

Luxor Der Tempel von Luxor wurde fast vollständig von AMENOPHIS III. erbaut, von THUTMOSIS III. erweitert und von RAMSES II. vervollständigt. Eine Besonderheit der Anlage ist die zweite und größere Säulenhalle, die hinter dem Tempelhof liegt.

 

Karnak Die Tempelanlage von Karnak ist die größte Ägyptens und ca. 3 km nördlich von dem Luxor Tempel entfernt. Fast alle Könige aus dem Mittleren Reich bis zu den Römern (ca. 2154 - 31 v. Chr.) haben an dieser Anlage gebaut. Sie besteht aus vielen einzelnen Tempeln wie z.B. dem großen Tempel des Amnun, dem Tempel des Gottes Chons und dem Tempel der Göttin Mut. Die Anlage war mit einer 10 Meter hohen aus ungebrannten Lehmziegeln errichteten Mauer umgeben. Ursprung dieser Tempelstadt ist der große Amun-Tempel. Er ist der bedeutendste und war früher durch einen Kanal mit dem Nil verbunden. Die Anlagestelle dieses Kanals war mit Wasserstandmarken versehen, welche die Höhe der Nilfluten anzeigten.

3. Tag - Besuch von Theben West: Tal der Könige - Hatschepsut Tempel - Memnon Kolosse

Tal der Könige

Tal der Koenige Zu Beginn des Neuen Reiches wurde die Pyramide als Königsgrab endgültig aufgegeben. Seit THUTMOSIS I. (um 1500 v.Chr.) wurde das Königsgrab als Felsengrab im Tal der Könige angelegt.

 

Für die Wahl dieses abgelegenen Tales in der Wüste als neuen Begräbnisplatz gab es drei Hauptgründe:

1. Religiös mag es die große Bedeutung der Göttin Hathor gewesen sein, die im davor liegenden Talkessel von Deir el Bahri als Totengöttin besondere Verehrung genoss.

2. Architektonisch war es vielleicht die Pyramidenform der Bergspitze, die das Tal überragt.

3. Administrativ war es die vermeintliche Sicherheit eines so abgelegenen, gut zu sperrenden und zu überwachenden Tales.

Bis heute sind 64 Gräber bekannt, von denen jedoch nur wenige besichtigt werden können. Das Grab des TUT-Anch-Amun, welches im Jahre 1922 von Howard Carter und Lord Carnavon entdeckt wurde, ist wohl das berühmteste, weil es als einziges nicht ausgeraubt und unermesslich wertvolle künstlerische und archäologische Schätze enthielt.

Der Tempel der Königin HATSCHEPSUT

Hatschepsut Tempel Königin HATSCHEPSUT war die Tochter des Königs und die Gemahlin des Königs THUTMOSIS II. Nach dem Tod führte sie die Regentschaft für den noch minderjährigen Stiefsohn ihres Mannes. Sie regierte insgesamt 20 Jahre lang. Als ihr Stiefsohn erwachsen wurde, begann er einen erbitterten Krieg gegen die Königin zu führen, die dabei getötet wurde. Sein Hass auf HATSCHEPSUT war so groß, dass er versuchte, alle Bauwerke zu zerstören, um damit auch ihren Namen aus der Geschichte Ägyptens zu löschen.

Der Architekt Senenmut hat diesen herrlichen Tempel mit der Natur in harmonischem Einklang gebracht. Zwei Rampen verbinden die drei eng in einen steinigen Berghang gebauten Terrassen.

Die Kolosse des MEMNON

Memnon Kolosse Mitten im Fruchtland stehen zwei Kolossalstatuen, die ursprünglich zu einem der größten Totentempel (der leider nicht mehr zu sehen ist) des Neuen Reiches gehörten. Sie zeigen AMENOPHIS III. Die zwei monolithen Statuen des Königs aus kristallinem Quarzit waren damals 21 m hoch. Heute sind es nur noch 18 m und flankieren den Eingang des Totentempels. Beim Erdbeben im Jahre 17 v. Chr. entstand in einem Koloss ein gewaltiger Riss. Von da an gab die sich erwärmende und sodann entweichende Luft jeden Morgen singende Töne von sich, die die Griechen als Klagelaute des Königs MEMNON deuteten. Seitdem wird sie auch "Tönende Memnon-Säule" genannt. Dieser mythische König aus Äthiopien wurde im Kampf um Troja con Achilles erschlagen und später von seiner Mutter Eos, Göttin der Morgenröte, wieder aufgeweckt. Leider konnten wir bei unserem Besuch diese Töne nicht hören. Wir waren wohl zu spät dran :-).

Nach dieser beeindruckenden Besichtigungstour fuhren wir nachmittags mit dem Schiff nach Edfu weiter.

4. Tag - Besuch des Tempel in Edfu , Flussfahrt bis nach Kom Ombo und Besichtigung des Doppeltempels

Edfu-Tempel

Horus Tempel Edfu Der Tempel in Edfu ist der am besten erhaltene Tempel von ganz Ägypten. Er ist ein Musterbeispiel für die ptolemäische (die Ptolemäer waren Angehörige eines makedonischen Herrschergeschlechts im alten Ägypten) Baukunst. Das von festungsartigen Türmen flankierte Eingangstor (Pylon) ist eines der gewaltigsten aus dem alten Ägypten. Es hat eine Höhe von 36 m und eine Breite von 78 m. Die Darstellungen und Schriften sind am besten erhalten. Auf beiden Seiten des Pylons ist oben dargestellt, wie der Pharao den Gottheiten Gaben überbringt. Auf den Darstellungen unten ergreift er seine Feinde und erschlägt sie vor dem Gott Horus und der Göttin Hathor.

KOM OMBO

Kom Ombo Tempel Kom Ombo (Hügel von Ombos) ist eine riesige Tempelanlage. Sie ist zwei Gottheiten geweiht: dem Krokodilköpfigen Sobek und dem falkenköpfigen Haroreis. Durch eine fiktive Längsachse wurde der Tempel in zwei symmetrische Hälften geteilt. Die rechte Hälfte gehörte Sobek, die linke Haroeris.

Anschließend fuhren wir mit dem Schiff weiter nach Assuan.

5. Tag - Besichtigung des Hochstaudammes in Assuan, unvollendeter Obelisk und Philae Tempel, Felukenfahrt auf dem Nil

Hochstaudamm in Assuan

Assuan Staudamm Dieser Staudamm wurde gebaut, um den Wasserstand des Nils zu kontrollieren. Seitdem bleiben die Küstengebiete weitgehend vom Hochwasser verschont.

Unvollendeter Obelisk

Der unvollendete Obelisk Aswan Hinter dem modernen Assuan erblickt man noch immer die uralten Steinbrüche, die Ägypten den Granit lieferten. Dort befindet sich der berühmte "Unvollendete Obelisk". Dieser wurde niemals vom Felsen losgelöst, weil er an mehreren Stellen brüchig war. Er wäre 43 m hoch geworden bei einem Gewicht von 1150 (!) Tonnen.

Wir empfehlen, zu diesem Ort einen guten Mückenschutz mitzunehmen. Denn in der Hitze, die einem durch Staub und Stein besonders stark vorkommt, scheinen sich die Stechmücken sehr wohl zu fühlen und besonders aktiv zu sein.

Philae Tempel

Philae Tempel Vor einer eindrucksvollen Kulisse aus Granitfelsen strecken sich Säulen und Pfeiler der heiligen Insel, Kultort der Göttin Isis in den meist blauen Himmel. Der Tempel von Philae ist zusammen mit denen von Edfu und Dendera einer der besterhaltenen ptolemäischen Tempel. Durch Überflutungen standen die Tempel die meiste Zeit des Jahres unter Wasser.

Felukenfahrt

Felukkenfahrt Nil Am Nachmittag machten wir dann eine sehr erholsame Felukenfahrt (kleines Segelboot) auf dem Nil.

6. Tag - Ausflug mit dem Flugzeug nach Abu Simbel

Circa 300 km von Assuan entfernt, im Herzen Nubiens, beinahe schon an der Grenze zum Sudan, befindet sich das großartigste Bauwerk des größten Pharaos aller Zeiten. RAMSES II hat zwei Tempel als Zeichen seiner Macht gegenüber den traditionellen nubischen Feinden Ägyptens in den Fels hauen lassen. Den großen für ihn selbst und den kleinen für die Königin.

Abu Simbel Der große Tempel ist den vier altägyptischen Gottheiten Amun-Re, Re-Harachte, Ptah und dem Gottkönig selbst geweiht. Die Anlage wurde 55 m tief in den Felsen getrieben und nach Osten - hin zum Sonnenaufgang - ausgerichtet. Vier Kolassalstatuen erheben sich 20 m hoch an der Vorderseite des Tempels. Am besten ist noch die linke Statue erhalten. Sie zeigt RAMSES II. auf seinem Thron mit Doppelkrone, Aräus-Schlange über der Stirn und dem rituellen Kinnbart. Die Statue rechts daneben hat, vermutlich schon zur Zeit des Königs, den oberen Teil des Körpers verloren. Die Teile liegen noch zu Füßen der Statue. Neben und zwischen den Beinen der großen Statuen befinden sich die kleineren der königlichen Familie.

Abu Simbel ist sicher nicht nur der schönste, ausgefallenste und mächtigste Tempel Ägyptens, sondern auch das Symbol für die Rettungsaktion der nubischen Tempel vor dem Wasser des Nasser-Sees. Die Tempel versanken im Laufe der Zeit im Wüstensand und blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vergessen. Am 22. März 1813 entdeckte der Schweizer Orientreisende Johann Ludwig Burckhardt die aus Sandverwehungen herausragenden Köpfe der Ramseskolosse. Erst im Jahre 1817 begann der Italiener Belzoni mit der systematischen Freilegung der Heiligtümer. Von 1965 bis 1968 gelang die Umsetzungsaktion der beiden Tempel. Der Wasserspiegel des neuen Nasser-Sees war bereits so hoch angestiegen, dass die Tempel durch einen Kofferdamm gesichert werden mussten. Die gesamte Tempelmasse wurde in viele tausend Blöcke zersägt und nummeriert und transportiert (insgesamt fast 20 000 Tonnen). Am neue Standort, auf dem Gipfel des Ausläufers der lybischen Gebirgskette, der 65 m höher und 180 m landeinwärts liegt, wurde alles wieder zusammengefügt.

Flug nach Abu Simbel Abu Simbel war sicherlich eines unserer beeindruckendsten Ausflüge. Normalerweise hat man die Möglichkeit, mit dem Bus durch die Wüste oder mit dem Flugzeug Abu Simbel zu erreichen. Als wir dort waren, wurde jedoch nur der Flug angeboten. Dies ist auch auf jeden Fall zu empfehlen. Der Transfer vom Schiff zum Flughafen Assuan mit dem Bus, die Abfertigung im Flughafen, der Flug selber - alles war gut organisiert und verlief problemlos und stressfrei.

Nach der Rückkehr um die Mittagszeit fuhren wir mit dem Schiff zurück nach Edfu.

7. Tag - Weiterfahrt nach Esna und Besichtigung des Khnum Tempel

Chnum Tempel Esna Der Name Esna gehört zu dem jetzigen Dorf, das auf den Trümmern von Letopolis entstand. Von der antiken Stadt ist nur ein Teil des Tempels von Khnum sichtbar. Davon ist der gedeckte Säulengang fast intakt erhalten.

Anschließend fuhren wir zurück nach Luxor, an den Ausgangspunkt unserer wunderschönen Flussreise.

8. Tag - Ab- bzw. Weiterreise

Es hieß Abschied nehmen vom Nil und der MS SINOHE. Wir wurden ausgeschifft und mit dem Bus nach Hurghada gebracht. Dort hatten wir eine Anschlusswoche Badurlaub gebucht.

Reise Nach dieser Woche ging es mit der CONDOR wieder zurück nach Deutschland.

 

Quelle: Ägypten - Damals und Heute, Alaa El Din A. El Fattah; Kunst und Geschichte in Ägypten, 5000 Jahre Kultur, Alberto Carlo Carpiceci

 

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