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Update am 04.09.2016
Kanada 1999 - Urlaubsseite von Iris und Thomas

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Kanada

Rundreise vom 01.06.1999 - 21.06.1999

In Toronto angekommen, machten wir uns auf den Weg, unseren Mietwagen abzuholen. Die Mietwagenfirmen liegen meistens etwas außerhalb des Flughafengeländes und sind nur mit den entsprechenden Shuttle-Bussen zu erreichen. Nach der Übernahme unsers Autos suchten wir uns außerhalb von Toronto ein Motel, um uns von den Strapazen des langen Fluges zu erholen.

Unsere Rundreise führte uns von Toronto nach Ottawa, weiter nach Quebec, um die Gaspe Halbinsel herum nach New Brunswick und dann wieder zurück über die Niagara Fälle nach Toronto.

Nachstehend möchten wir die einzelnen Stationen etwas näher beschreiben.

Ottawa

Ottawa Ottawa ist die Landeshauptstadt Kanadas und ist Lebensraum für rund 305 000 Menschen. Mit einer Fülle von kulturellen und sportlichen Angeboten, umgeben von einem 20 000 ha großen Gürtel geschützter Natur, bietet die Stadt Lebensqualität. Die Queen Victoria machte 1875 Ottawa zur Hauptstadt ihrer kanadischen Provinz. Vorausgegangen war dieser salomonischen Entscheidung ein andauernder Streit zwischen Montreal, Kingston und Toronto um den Regierungssitz. Dadurch lange unbeliebt wurde die Hauptstadt auch städtebaulich zunächst vernachlässigt. Ottawa galt als wenig attraktiv und wurde von den Diplomaten aller Länder als besonders langweilig angesehen. Erst nach Gründung der National Capital Commission 1958, die sich aktiv und mit erheblichem Etat um die Restaurierung historischer Bauten, den Ausbau von Museen und den kulturellen Ruf Ottawas kümmerte, verbesserte sich das Image der Stadt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ottawa ist eine wunderschöne Stadt, in der wir uns sehr wohl fühlten. Sie ist sehr überschaubar und die Wahrzeichen wie der Parliament Hill (Regierungsgebäude), die großen Museen und der Rideau Canal sind von den meisten Aussichtspunkten der Downtown sichtbar. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind von der Innenstadt leicht zu Fuß erreichbar.

Parlament Ottawa Der Parliament Hill bestimmt die Silhouette der Stadt. Die Regierungsgebäude befinden sich in ausgedehnten Grünanlagen, in denen Statuen an berühmte Kanadier und natürlich auch an die englische Königin Victoria erinnern. Die Aussichtsplattform des 92 m hohen Peace Towers bietet einen gigantischen Panoramablick über die Stadt und auf das andere Flussufer. Auch die britische Tradition wird gepflegt. Vor allem, wenn im Sommer pünktlich um 10 Uhr das Wachregiment mit seinen scharlachroten Uniformen und den hohen schwarzen Bärenfellmützen auf den weiten Rasenplatz zwischen den Regimentsgebäuden marschiert.

Sehenswert ist das 1878 erbaute Laurier House, in dem zwei kanadische Premierminister (Sir Wilfried Laurier und William Mackenzie) lebten. Auch Könige und Präsidenten waren dort zu Gast. Dieses Gebäude wurde originalgetreu restauriert und steht in einer schönen Gartenanlage. Zudem besitzt es einen der ältesten funktionierenden Aufzüge Kanadas.

Switzerland Ottawa Besonderes Highlight war unsere Unterkunft, das Gasthaus Switzerland Inn, ein gemütliches Bed & Breakfast in der Downtown. Dort spricht man auch deutsch. Inhaber sind ein Schweizer Ehepaar, das vor langer Zeit nach Kanada ausgewandert ist.

 

Quebec

Quebec Quebec City ist bis heute die französischste Stadt Kanadas. Diese Stadt zeigt sich je nach Stunde und Stimmung dem Betrachter anders: mal nostalgisch mittelalterlich, mal zeitgeistig und neonbunt. Quebec besteht eigentlich aus zwei unterschiedlichen Teilen: Draußen vor den Stadtmauern pulsiert dichter Verkehr durch eine moderne City mit Shopping Malls, Bürobauten und Parkplätzen. Drinnen in der Altstadt verläuft das Leben gemächlicher, erzählen die winkligen Gässchen von der wechselvollen Geschichte Kanadas.

Übrigens - die Indianer nannten den Ort "kebec", was soviel bedeutet wie "wo der Fluss enger wird". Der damalige Vater Neu-Frankreichs, Samuel de Champlain, erkannte den strategischen Wert dieser Stelle sofort und ließ 1608 ein hölzernes Fort errichten. Im Verlauf des 17. Jh. entwickelte sich die kleine Siedlung zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum Neu-Frankreichs.

Eine alte Touristenweisheit besagt, dass sich der beste Ausblick immer dort bietet, wo Kanonen stehen. In Quebec ist dies die Citadelle, eine der größten Festungen Nordamerikas, hoch über der Stadt.

Hotel Quebec Auf den Klippen des Cap Diamant, auf dem einst der Palast des Gouverneurs von Neu-Frankreich stand, erhebt sich das meistfotografierte und für viele das schönste Hotel der Welt. Das Château Frontenac wurde 1893 im damals modischen französischen Château-Stil begonnen und erst 30 Jahre später beendet. Roosevelt und Churchill planten unter den Kupferdächern des majestätischen Baus 1943 ihre Strategien im Krieg gegen Deutschland und Nixon erholte sich dort von Watergate. Viele hundert VIPs, die hier schon genächtigt haben, können auf Fotos in einem Seitenraum der Lobby bewundert werden. Für Interessierte gibt es auch eine Führung durch das Hotel.

Gaspé Halbinsel

Gaspe Halbinsel Die Gaspé-Halbinsel mit dem kargen Hochland und den Klippen am Atlantik steht an oberster Stelle der vielen Naturschönheiten Quebecs. Das Grün im Frühjahr und die flammenden Farben des Indianersommers gegen Ende des Sommers verwandeln das zerklüftete, waldreiche Innere der Halbinsel Jahr für Jahr in eine Märchenlandschaft.

Wirtschaftlich geht es der Halbinsel schon seit Jahrzehnten schlecht. Die jungen Leute wandern nach Toronto, Montreal oder Vancouver ab. Die Fischerei kränkelt arg. Ein paar Dollar bringen nur noch die Holz- und Papierwirtschaft und in steigendem Maße der Tourismus in die Kasse. Eine Ausnahme gibt es jedoch. In den riesigen Laufwäldern der Appalachen wird Ahornsirup gewonnen. Diese Gebiet hat sich zum Zentrum der kanadischen Sirup-Produktion entwickelt.

Das Städtchen Gaspé mit seinen kahlen Hafenanlagen und dem lärmenden Verkehr wirkt nach so viel Natur eher ernüchternd.

Felsen Gaspe Halbinsel In Percé, dem bekanntesten Touristenziel der Gaspé-Halbinsel, gibt es viele kleine Familienrestaurants, in denen es sich sehr gut speisen lässt. Die Berühmtheit des Ortes kommt jedoch von dessen Lage. Zwei halbmondförmige Buchten sorgen mit den dazugehörigen Klippen für eine spektakuläre Lage. Dazwischen stößt der gewaltige Rocher Percé ins Meer hinaus, ein 90 m hoher und 430 m langer Monolith aus rosa Kalkstein mit einem großen Felsentor am Ende. Bei Ebbe kann man unter Berücksichtigung des Gezeitenwechsels trockenen Fußes hinüber laufen. Der Felsen ist angeblich nach den Niagarafällen das meistfotografierte Naturspektakel Kanadas.
 

New Brunswick

New Brunswick gehört zu den touristisch weniger entdeckten Provinzen Kanadas, hat aber einiges zu bieten. Die Provinz wird an drei Seiten vom Meer umspült und hat eine Küstenlinie von fast 2300 Kilometer. Die Landschaft ist großartig und bietet spektakuläre Gezeiten. Die nördlichen Küsten bieten weite nahezu unberührte Strände mit den wärmsten Wassertemperaturen nördlich von Florida. Im Inneren des Landes erstreckt sich hügeliges Land mit riesigen Laubwäldern durchzogen von den großen Flusssystemen des Saint John und des Miramichi.

New Brunswick mit seinen rund 730 000 Einwohners ist als einzige Provinz Kanadas offiziell zweisprachig. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung spricht französisch.

Grand Falls Eine kleine Attraktion gab es noch in Grand Falls. Dort haben wir mitten im Ort einen 23 m hohen Wasserfall bewundert.

 

Niagara Fälle

Niagara Falls Der Niagara River gehört mit 60 km Länge vielleicht zu den kürzesten aber auch wildesten Flüssen der Welt mit einer Fließgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h. Bei Queenston, 11 km von Niagara Falls entfernt, begannen vor 12 000 Jahren während der letzten Eiszeit die riesigen Wasserfälle, die die Indianer niagara "donnerndes Wasser" nannten. Damals, als die kontinentalen Gletscher sich zurückzogen, entstand die Niagara-Schichtstufe, über die der Höhenausgleich zwischen dem Lake Erie und dem Lake Ontario stattfindet. Seither sind die Fälle durch die erodierende Kraft des Wassers immer weiter nach unten gewandert und haben dabei eine tiefe Schlucht, die Niagara Gorge, in die Schichtstufe gegraben.

Diese Wanderung von etwa einem Meter pro Jahr hat sich in den letzten Jahrzehnten auf nur 10 cm reduziert. Seitdem ist ein großer Teil des Wassers aus dem Niagara River oberhalb der Fälle für die großen Elektrizitätswerke abgezweigt worden. Aber immer noch fließen stündlich 15 Millionen m³ Wasser aus dem Lake Erie über die hufeisenförmige Horseshoe Falls auf der Ontario- und über die American Falls auf der New York-State Seite in den Ontario-See. Eine Stippvisite von der kanadischen auf die amerikansiche Seite ist problemlos möglich, allerdings muss beim Grenzübertritt eine Gebühr bezahlt werden.

Horeshoe Falls Der Blick auf die nur ein paar Meter entfernten Horeshoe Falls ist atemberaubend. Gischt und Donner der aus 54 m Höhe auf einer Breite von fast 700 m hinunterstürzenden Wassermassen haben wahrhaftig ozeanische Dimensionen. Das Getöse der Wasserfälle kann man kilometerweit hören. Aus dem weiß schäumenden Kessel stiegen ständig dichte Nebelschwaden auf, die wie eine turmhohe Säule über den Fällen stehen und bei Sonnenschein farbenprächtige Regenbogen bilden.

Toronto - Kanadas heimliche Hauptstadt

Toronto Toronto ist mit über vier Millionen Einwohnern die größte kanadische Stadt und neben Montreal die vitalste. Unterhaltung wird großgeschrieben. Es gibt unzählige elegante Nachtclubs, eine swingende Musikszene, überschäumende Volksfeste bis zu großartigen Vergnügungsparks für jung und alt. Atemberaubende Architektur und großzügige Landschaftsfreiräume sind bedeutende Merkmale dieser Stadt. Ein paar weitere Highlights: 40 Theater und Konzerthallen, über 100 Kunstgalerien und Museen, über 5000 Restaurants, zahlreiche Straßencafes und Märkte. Über 200 Parks, die sicher und sauber sind und in denen man sich auch nachts überall bewegen kann.
Toronto Skyline Wahrzeichen Torontos und dominierendes Element in der Silhouette der Stadt ist der nicht weit vom See entfernte CN-Tower. Der 553 m hohe Fernsehturm ist das höchste freitragende Gebäude der Welt. Schon aus über 100 km Entfernung ist die schlanke Betonnadel zu sehen. Auch in der Stadt ist sie allgegenwärtig.

Das Drehrestaurant in 335 m Höhe erreicht man in einem gläsernen Aufzug, der mit atemberaubender Geschwindigkeit emporschießt. Von der obersten Aussichtsplattform in 457 m Höhe kann man das 800 km² große Toronto überblicken. Auf dem Glasboden im Space Deck verspürt man ein Kribbeln in der Magengegend, da man sich scheinbar auf Luft bewegt und unter seinen Füßen 113 Stockwerke tiefer auf die winzig kleinen Menschen, Autos und Gebäude herabblickt.

Toronto Skydome Direkt neben dem CN-Tower steht der 1989 fertig gestellte Skydome. Das riesige, 32 Stockwerke hohe Sportstadion mit fast 70 000 Plätzen hat ein Kuppeldach, das mehr als drei Hektar Fläche überspannt und sich bei gutem Wetter in kapp 20 Minuten öffnen lässt. Hier sind das Baseballteam der "Toronto Blue Jays" und das Football Team der "Argonauts" zuhause.

Waterloo County - Das Land der Mennoniten

Kitchener-Waterloo ist eine 250 000 Einwohner-Stadt, die bis vor dem ersten Weltkrieg noch Berlin hieß und in der auch heute noch der deutsche Einfluss zu spüren ist. Die Region wurde gegen Ende des 18. Jh. besiedelt, als eine Gruppe Mennoniten aus Pennsylvania hier eine Kolonie gründete.

Mennoniten Im Umland befinden sich viele kleine Dörfer. Man fährt durch hügeliges Farmland, mit Weizen- und Roggenfeldern, durchzogen von kleinen Teerstraßen, Feldwege führen zu schmucken Bauernhäusern mit gepflegten Blumen- und Gemüsegärten. Neben den Straßen sind Fahrspuren für Pferdefuhrwerke angelegt. Ab und zu begegnet man einer Kutsche mit seltsam altmodisch gekleideten Leuten darin. Die Männer tragen schwarze Anzüge und Hüte, die Frauen schlichte lange Kleider und eine Haube als Kopfbedeckung. Das sind Mennoniten, Angehörige einer Religionsgemeinschaft, die versuchen, sich von allen modernen Einflüssen fernzuhalten und nach jahrhundertealten Traditionen zu leben. Sie haben diese Landschaft mit den kleinen Orten wie New Hamburg, Baden, St. Agatha, Heidelberg, ST. Jacobs, Elmira und Conestogo geprägt.

 

Quelle: Ost-Kanada, Richtig Reisen, Dumont

 

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